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 FIS-Regeln

 



I. Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder (Fassung 2002)


1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen
anderen gefährdet oder schädigt.


2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine
Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-,
Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.


3. Wahl der Fahrspur
Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so
wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.


4. Ueberholen
Ueberholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber
immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder
für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.


5. Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren
Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem
Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich
nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und
andere tun kann.


6. Anhalten
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen
oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter
Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich
freimachen.

 

7. Aufstieg und Abstieg
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuss absteigt, muss den
Rand der Abfahrt benutzen.


8. Beachten der Zeichen
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation
beachten.


9. Hilfeleistung
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.


10. Ausweispflicht
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich
oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

 

Erläuterungen zu den FIS-Regeln (Fassung 2002)


Skifahren und Snowboarden bergen wie alle Sportarten Risiken.
Die FIS-Regeln als Maßstab für sportgerechtes Verhalten des sorgfältigen und
verantwortungsbewussten Skifahrers und Snowboarders haben zum Ziel, Unfälle auf Ski und
Snowboardabfahrten zu vermeiden.

Die FIS-Regeln gelten für alle Skifahrer und Snowboarder. Jeder Skifahrer und
Snowboarder ist verpflichtet, sie zu kennen und einzuhalten.
Wer unter Verstoss gegen die Regeln einen Unfall verursacht, kann für die Folgen zivilund
strafrechtlich verantwortlich werden.

Regel 1
Skifahrer und Snowboarder sind nicht nur für ihr fehlerhaftes Verhalten, sondern auch für
die Folgen einer mangelhaften Ausrüstung verantwortlich. Dies gilt auch für die Benützer
neu entwickelter Sportgeräte.

Regel 2
Kollisionen sind häufig die Folge zu hoher Geschwindigkeit, unkontrollierter Fahrweise
oder mangelnder Beobachtung. Skifahrer und Snowboarder müssen im Bereich ihrer
Sichtmöglichkeiten anhalten oder ausweichen können.
An unübersichtlichen oder stark befahrenen Stellen ist langsam zu fahren, insbesondere
an Kanten, am Ende von Pisten und im Bereich von Liften und Seilbahnen.

Regel 3
Skifahren und Snowboarden sind Sportarten der freien Bewegung, wo jeder nach Belieben
fahren kann, solange er die Regeln einhält, den Freiraum anderer achtet und sein eigenes
Können und die jeweilige Situation berücksichtigt.
Vorrang hat der vorausfahrende Skifahrer oder Snowboarder. Wer hinter einem anderen
herfährt, muss genügend Abstand einhalten, um dem Vorausfahrenden für alle seine
Bewegungen genügend Raum zu lassen.

Regel 4
Die Verpflichtung des überholenden Skifahrers oder Snowboarders bleibt für den ganzen
Ueberholvorgang bestehen, damit der überholte Skifahrer oder Snowboarder nicht in
Schwierigkeiten gerät. Das gilt auch für das Vorbeifahren an einem stehenden Skifahrer
oder Snowboarder.

Regel 5
Die Erfahrung zeigt, dass das Einfahren in eine Piste und das Wiederanfahren nach einem
Halt gelegentlich zu Unfällen führen. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass ein Skifahrer
oder Snowboarder, der anfährt, sich harmonisch und ohne Gefahr für sich und andere in
den allgemeinen Verkehrsfluss auf der Abfahrt einfügt.
Befindet er sich dann – wenn auch langsam – in Fahrt, hat er gegenüber schnelleren und
von hinten oder oben kommenden Skifahrern und Snowboardern wieder den Vorrang
nach Regel 3.

Die Entwicklung von Carvingskis und Snowboards erlaubt es deren Benützern, ihre
Schwünge und Kurven auch hangaufwärts auszuführen. Sie bewegen sich damit entgegen
dem allgemein hangabwärts fließenden Verkehr und sind entsprechend verpflichtet, sich
rechtzeitig auch nach oben zu vergewissern, dass sie das ohne Gefahr für sich und
andere tun können.

Regel 6
Ausgenommen auf breiten Pisten soll der Skifahrer und Snowboarder nur am Pistenrand
anhalten und stehen bleiben. Engstellen und unübersichtliche Abschnitte sind ganz
freizuhalten.

Regel 7
Bewegungen gegen den allgemeinen Verkehrsfluss stellen für Skifahrer und Snowboarder
unerwartete Hindernisse dar.
Fußspuren beschädigen die Piste und können dadurch Skifahrer und Snowboarder
gefährden.

Regel 8
Pisten werden nach ihrem Schwierigkeitsgrad schwarz, rot, blau oder grün markiert. Die
Skifahrer und Snowboarder sind frei, ihren Wünschen entsprechende Pisten zu wählen.
Pisten werden mit Hinweis-, Gefahren- und Sperrtafeln gekennzeichnet. Ist eine Piste als
gesperrt oder geschlossen bezeichnet, ist dies ebenso zwingend zu beachten wie der
Hinweis auf Gefahren. Skifahrer und Snowboarder sollen sich bewusst sein, dass diese
Vorkehren in ihrem Interesse erfolgen.

Regel 9
Hilfeleistung ist, unabhängig von einer gesetzlichen Pflicht, ein Gebot sportlicher Fairness.
Das bedeutet Erste Hilfe, Alarmierung des Rettungsdienstes und Absichern der
Unfallstelle.
Die FIS erwartet, dass Unfallflucht ebenso geahndet wird wie im Straßenverkehr, und
zwar auch in jenen Ländern, in denen ein solches Verhalten nicht ohnehin schon
strafrechtlich verfolgt wird.

Regel 10
Der Zeugenbeweis ist für die zivil- und strafrechtliche Beurteilung eines Unfalles von
großer Bedeutung. Jeder verantwortungsbewusste Skifahrer und Snowboarder muss
daher seine staatsbürgerliche und moralische Pflicht erfüllen, sich als Zeuge zur
Verfügung zu stellen.
Auch Berichte des Rettungsdienstes und der Polizei sowie Fotos dienen zur Beurteilung
der Verantwortlichkeitsfragen.


 


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